Studienreise Israel

Pfarreireise ins (Un)Heilige Land Israel

Insgesamt 44 Personen begaben sich mit Pfr. Wolfgang Oertel als Reiseleiter auf die biblische Studienreise nach Israel. Vom 21. – 29. Mai besuchte die Reisegruppe biblische Orte auf den Spuren des Alten Testamentes, von Jesus Christus und der alten Kirche. Für die Mitreisenden aus der Pfarrei Untersteinach, aus Kulmbach und dem Landkreis waren die Begegnungen insbesondere mit den Redakteuren des ARD-Auslandsstudios in Tel Aviv und der deutschen-evangelischen Auslandsgemeinde in Jerusalem prägend.

Zunächst wurden auf der 9-tägigen Studienreise der Pfarrei Untersteinach die Bahai-Gärten in Haifa und die dortige sogenannte „deutsche Siedlung“ besucht. Inschriften an den Hauseingängen deuten noch von der Zeit der deutschen Besiedlung vor 100 Jahren. Nach Nazareth mit der Verkündigungskirche ging es weiter nach Tiberias, am See Genezareth. Dort in Kapernaum trafen sie zufällig auf den Organisten Jörg Schmidt aus Stadtsteinach, der mit einer anderen Reisegruppe vom Evang. Bildungszentrum aus Bad Alexandersbad unterwegs war. Ein Höhepunkt der Reise waren die neuen Ausgrabungen bei Magdala am See Genezareth inklusive Bootsfahrt. Dort in Magdala wurde u.a. die älteste Darstellung einer Menora auf einem Stein in deiner ehemaligen Synagoge gefunden.

Die Besichtigung von Megiddo, das seit 2005 Welterbe-Stätte ist und über eine Seilbahn erreicht wurde, beeindruckte angesichts der dort stattgefundenen legendären letzten Schlacht der Israeliten gegen die Römer, die am Ende im Jahre 73 n. Chr. zum kollektiven Selbstmord der Israeliten führte. Baden im Toten Meer und Besichtigung von Qumran, wo erst Mitte des 20. Jh. uralte Schriften in Tonkrügen, insbesondere die älteste Jesaja-Rolle gefunden wurden, rundeten den Besuch in der Wüste ab.

Den Mittelpunkt der Reise bildete die Stadtbesichtigung von Jerusalem. Der Besuch des jüdischen Viertels Mea Shearim weckten Erstaunen und leichtes Unverständnis angesichts der für die Jahreszeit viel zu warmen schwarzen Kleidung der Askenaischen Juden. Die Geburtskirche in Bethlehem und die Hirtenfelder befinden sich auf Palästinensichem Autonomie-Gebiet, das nur durch Umwege erreicht werden konnte. Die Besichtigung der Klagemauer, der Gedenkstätte Yad Vashem mit dem Tal der ehemaligen jüdischen Gemeinden in Europa und die Menora, das israelitische Staatssymbol waren Pflichtprogramm. Bei dem Besuch des Shabbat-Shalom-Gottesdienstes in der jüdischen Synagoge Har-El konnten die Reisenden miterleben wie der Shabbat begrüßt wurde, der in Jerusalem als freier Tag deutlich spürbar ist. Unterirdisch ging es zu beim Gang in den Tunnel an der Klagemauer und bei der Hauptattraktion, ein 2700 Jahre alter Wassertunnel, den König Hezekiah erbauen ließ und bei dem die Mutigen nach 500m nur nass wieder herauskamen. Nach dem Gottesdienst in der deutschen Auslandsgemeinde bestand Gelegenheit mit Gemeindegliedern ins Gespräch zu kommen und die besondere Situation der Christen vor Ort wahrzunehmen (mittlerweile gibt es nur noch ca. 2 % Christen in Israel). Die Buntglas-Fenster von Marc Chagall im Hadassah-Krankenhaus, die die zwölf Stämme Israels darstellen, waren ein Pflichtbesuch, ist doch eine Kopie eines der Fenster, das den Stamm Naftali darstellt, im Kantorat Untersteinach zu sehen. Bei der abschließenden Begegnung mit Redakteuren des ARD-Auslandsstudios in Tel Aviv erläuterte der aus dem Fernsehen bekannte Mike Lingenfelser die schwierige Situation des israelischen Staates und der schwieirgen Arbeit als Berichtesrstatter in Israel. Gleichzeitig wurde den Reisenden deutlich vor Augen geführt, dass der gelegentlich geäußerte Vorwurf einseitiger Berichterstattung für einen öffentlich-rechtlichen Sender nicht haltbar ist, zumal jeder Bericht durch verschiedene Redaktionsteams vor Ort und in Deutschland autorisiert werden muss.

Am letzten Abend hielt Pfarrer Wolfgang Oertel einen Abendmahlsgottesdienst und lud die Reisenden zum Baden im Mittelmeer ein. Voller Eindrücke kehrten die Reisenden per Flugzeug via Prag und Bus zurück nach Oberfranken, nicht ohne die Frage zu stellen, wann die nächste Reise stattfindet.

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